Workshop von Lilo Nein : Zur Ereignishaftigkeit der Performance-Dokumentation – close reading von Jacques Derrida, „Signatur Ereignis Kontext“ [1988]

  1. April 2016, 10.00-14.00, M20

Performances befinden sich im Spannungsfeld zwischen ihren Vorschreibungen und Aufzeichnungen. Mit Vorschreibungen sind all jene schriftlichen Konzepte, Ideen, Partituren zu verstehen, die die Umsetzung einer Performance ermöglichen. Diese können Instruktionen an uns selbst und an andere beinhalten. In kollaborativen Arbeitsprozessen spielen sie oft eine erhöhte Rolle. Mit Aufzeichnungen sind all jene Einschreibungen des Live-Aktes in andere Medien, Dokumente, Dokumentationen gemeint, die ein Fortleben und Wiederzeigen der Performance in Ausstellungen, Publikationen, dem Internet ermöglicht.

Zwischen den Vorschreibungen, den Vorstellungen, die man sich macht, auch den Proben und dem Zeigen, Aufführen, Durchführen der Performance passiert oft etwas Unkontrolliertes. Es ist der Moment, in dem die Performance stattfindet, der das Konzept ändert. Mit anderen Worten der Performance haftet etwas Ereignishaftes an. Das heißt etwas, dass sich radikal im Raum zwischen Text und Performance befindet. Das Ereignis ist eben jener Teil, der nicht-vorgeschrieben, nicht erahn-, plan- oder definierbar ist.

Der Workshop wird der Frage nachgehen inwiefern diese Ereignishaftigkeit auf für Performance-Dokumentation gelten kann. Eine Performance ist mehr als ihre Aufführung, aber inwiefern kann ihre Dokumentation auch mehr als ihre Aufzeichnung sein?

In der ersten Hälfte des Workshops wird es ein close reading von Jacques Derrida, „Signatur Ereignis Kontext“ [1988] gemacht. Dieser Text soll die theoretische Grundlage bilden, um die Frage im zweiten Teil des Workshops anhand von Performance-Dokumentationen der Studierenden zu diskutiert.

Von den Workshop-Teilnehmer_innen wird erwartet, dass sie jeweils eine Performance-Dokumentation mitbringen und der Gruppe präsentieren. Diese kann sich gerne in progress befinden und offene Fragestellungen beinhalten. Theoretische Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

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